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Ronald

Als getrennt lebender Vater habe ich mit folgenden Situationen umzugehen:

Ich sehe meine fast 7 Jahre alte Tochter nur alle 14 Tage an einem Tag für 8 Stunden.

Zieht man hiervon Krankheitstage des Kindes und Urlaub der Kindesmutter ab, so ergeben sich über das Jahr gerechnet ca. 20 Tage à 8 Stunden = 160 Std. = 6 Tage und 16 Stunden.

Ersatztermine wegen Krankheit des Kindes oder Urlaub d. Kindesmutter finden nicht statt.

Das Besuchsrecht wurde so durch das OLG ...... im Jahre 199.. geregelt.

Also sehe ich meine Tochter im Jahr etwa ganze sechseinhalb Tage!!!

Meine Ex-Ehefrau hat das alleinige Sorgerecht und alle Angelegenheiten, die unsere Tochter betreffen, werden von meiner Exfrau bestimmt. Ich werde dabei ausgeklammert.

 

Das führt zu:

- Entfremdung des Kindes von mir und umgekehrt

- Unsicherheit in meiner Vaterrolle

- Unsicherheit des Kindes, auch weil Vaterrolle durch die Mutter nicht eindeutig
  und bejahend dem Kind gegenüber definiert wird.

- Stress während der Besuchzeit wegen zu knapper Zeit und des daraus resultierenden
  Wunsches, möglichst viel von dem eigenen Kind mitzubekommen, da ja wieder 14 Tage
  oder vielleicht sogar vier Wochen bis zum nächsten Besuch ins Land gehen.

- Keine Integrierung des Kindes in mein Leben - und umgekehrt

- Alltagssituationen ergeben sich nicht - Vaterbesuch wird somit zu einer Art "Ferienbesuch"
  degradiert, bei dem das Kind automatisch - aus der Situation heraus - nach fast
  permanentem Entertainment verlangt. Vaterrolle und Kindrolle spielen sich auf
  verschobenen Ebenen ab.

- Unsicherheit bei mir, wenn meine Tochter fragt, warum ich nur alle 14 Tage komme, warum
  ich sie nicht besuchen komme, wenn sie mal krank ist und daher 4 Wochen bis zum
  nächsten Besuch vorübergehen,  warum sie keine Post oder keinen Anruf von mir erhält
  oder wann sie bei mir schlafen kann.

- Ich möchte sie mit einer klaren Antwort von mir in keinen Zwiespalt bringen - oder wäre eine
  klare Antwort nicht besser ? Kinder sind nicht blöd!

- Ausklammern bei Ereignissen wie z. B. Einschulung, Krankenhausaufenthalt usw.

- Das Gefühl, eigentlich nichts über das eigene Kind zu wissen.

- Das Gefühl, keine Rolle zu spielen, aber gefälligst schön zahlen zu dürfen.

- Abgeschnittensein vom eigenen Kind

- Frust und mangelnde Motivation

- Unterschwellige negative Gefühle dem eigenen Kind gegenüber (in Wirklichkeit kann
  es aber nichts für die gegebene Situation )

- Das Gefühl, meiner Tochter kein guter Vater zu sein oder nicht gut genug für
  das eigene Kind zu sein.

 

Klaus

Mit 34 Jahren erst heiratete ich die Frau, die ich liebte, und wir bekamen eine Tochter, ganz so, wie ich es wünschte. Es störte mich nur, dass die Gattin öfters trank und herrschsüchtig war. Aber ich hatte nun mal „A" gesagt...

Nachdem die zweite Tochter geboren worden war, ich mit meinem Geld auf unser beider Namen ein Haus gebaut hatte, hielt ich die verbalen wie körperlichen Schläge der Ehefrau nicht mehr aus. Vorübergehend zog ich aus. Daraus wurde die endgültige Trennung, als ich merkte, wie Herrschsucht, Aggressivität und Alkohol diesen einst vertrauten und lieben Menschen mir verhasst gemacht hatten; und ich spürte: ich brauchte sie nicht mehr.

Sie nahm fürchterlich Rache und zog mit den beiden Kindern (damals 6 und 8 Jahre) 220 Kilometer weit weg zurück in den Schoß ihrer Familie. Umgangsvereitelung, Aufhetzen der Kinder, Lüge und Betrug vor Gericht, Beleidigungen, Tätlichkeiten waren ihre prägenden Aktivitäten der nächsten drei Jahre. Mit meiner sachlichen und korrekten Art konnte ich nicht verhindern, dass mir die Kinder „entwunden" wurden.

Mittlerweile klappt der Umgang besser, mein Verhältnis mit den Töchtern ist nach wie vor wunderbar, sogar eine Sozialarbeiterin, die sich kümmert, hat sich gefunden.

Insgesamt bin ich sehr froh, mich von diesem schlimmen Menschen emanzipiert zu haben und mich so weit entwickelt zu haben.

 

Gerd

Meine Ex und ich befanden uns mitten im Studium - da meldete sich völlig ungefragt unser Kind an. Eine Abtreibung wurde zwar thematisiert, aber recht schnell beschlossen wir, zu dritt unser Studium abzuschließen. Es sollte derjenige schnell fertig studieren, der zuerst den Abschluss erreichen und damit für das nötige Kleingeld sorgen konnte. Das war meine Ex. Ich dagegen habe mein Studium zugunsten des Kindes verzögert. Beide Großeltern-Familien unterstützten uns, und wir hatten diese Hilfe auch nötig. Nach dem ersten Examen meiner Ex - das Kind war zwei Jahre alt - stand die nächste Ausbildungsetappe an: Am vertrauten Wohnort gab es eine Stelle; aber eine Autostunde weit entfernt lockte eine um ein halbes Jahr kürzere Ausbildung. Freilich bedeutete das für mich Nachteile in meiner anstehenden Examensphase. Außerdem musste ich mich wesentlich mehr um das Kind kümmern, schließlich fiel das unterstützende Umfeld so gut wie weg. Während der Ausbildung hatte meine Ex trotz großes Einsatzes wenig Erfolg, schlechte Noten und psychische Probleme. Meine Unterstützung war ihr sicher. Nach der Ausbildung gab es nur ein Stellenangebot, ziemlich weit weg in der Pampa. In der Zwischenzeit schloss ich mein Studium ab und musste ebenfalls in die zweite Phase. Das ließ sich vom bisherigen Wohnsitz gut machen. Wegen der Stelle meiner Ex in der Pampa zogen wir allerdings schon wieder um. Das Kind war dreieinhalb. Erster Streit: wohin ziehen wir? Unsere Arbeitstellen lagen 40 km weit entfernt. Zu ihrer (festen) Stelle? Oder zu meiner (befristet auf zwei Jahre)? Ausschlaggebend war unsere weitere Familienplanung: Mit der festen Stelle sollte ein Geschwisterchen in die Welt gesetzt werden, meine Ex im Erziehungsurlaub sich um die Kinder kümmern und die Fahrt in die Pampa sollte wegfallen. Wir zogen näher zu meiner Stelle. Der Arbeitseifer meiner Ex zeigte Früchte: Im Beruf erfolgreich wollte sie kein zweites Kind. Den Haushalt überließ sie wie zu ihren Ausbildungszeiten mir. Ich musste vor der Arbeit in den Kindergarten - sie musste lange fahren. Aussprachen ging sie aus dem Weg. Erst viel zu spät erkannte ich die Dimension der Krise, und noch viel später den psychischen Hintergrund: meine Ex ist magersüchtig und hatte in der Krise einen akuten Anfall. Nach der Trennung - das Kind war vier - stand für mich fest: Kein weiterer Umzug für das Kind. Für meine Ex stand fest: sie zieht in die Pampa mit dem Kind. In diesem Konflikt war mein erster Schritt mein größter Fehler: Ich setzte auf Verständigung und wollte unserem Kind ein jahrelang zerrüttetes Verhältnis zwischen den Eltern ersparen. Daher war ich unter gewissen Bedingungen bereit, das Kind bei der Mutter wohnen zu lassen. Eine Einigung scheiterte am Geld: meine Ex wollte unbedingt von mir Unterhalt - obwohl ich meine Ausbildung wegen ihr verschoben habe und finanzielle Nachteile in Kauf genommen habe! Ich schlug eine Aufteilung der Kosten gemessen am Einkommen vor - meine Ex wollte mehr. Es ging vor Gericht. Bis zur Verhandlung wohnten wir getrennt in der gemeinsamen Wohnung. Ich wurde bestenfalls ignoriert, meist beleidigt. Plötzlich kümmerte sie sich immens um das Kind. In meinem Verständigungswahn habe ich die Magersucht vor Gericht verschwiegen. Meine Einigungsbereitschaft wurde als "Bevormundungstendenz" gebrandmarkt. Die Mutter - so das Urteil - habe durch das Stillen (das Kind war viereinhalb!) eine engere Bindung zu dem Kind. Außerdem hatte meine Ex eine feste Stelle - klar, dafür habe ich das Kind versorgt. Mit dem Unterhalt schaut meine Ex allerdings in die Röhre: ich befand mich unterhalb des Selbstbehaltes. Sofort nach dem Urteil wurde während meiner Arbeitszeit die Wohnung halb leergeräumt. Das Kind war weg und ich hatte keine Adresse. Mir wurde eine Besuchsrecht an drei von vierzehn Tagen gegeben. Unter dieser zwangsweisen Trennung habe ich aber auch das Kind sehr gelitten. Zusätzlicher Besuch wurde mir verboten. Meine Annahme, dass meine Ex gerade nach einer positiven Entscheidung zu ihren Gunsten mit mir vernünftig umgehen würde, erfüllten sich nicht. Es wurde noch schlimmer. Da die Gerichtsentscheidung nur ein einstweilige Anordnung war, wurde ich erpresst: wenn ich erst dem Wohnort bei der Mutter zustimmen würde, könne man über alles reden. Zunächst war von zwei, dann nur noch von einem zusätzlichen Besuchstag die Rede. In den Schriftsätzen tauchte zuerst der Vorwurf der Gewalttätigkeit gegen meine Ex, dann auch gegen das Kind auf. Schließlich ließ ich mich auf den Deal ein. Dieser Richter würde seine Entscheidung für die Mutter nicht rückgängig machen. Heute sehe ich mein Kind also an vier von vierzehn Tagen und an etwa der Hälfte der schulfreien Tage. Das ist für einen "normalen" getrennten Vater viel - für mich ist es wenig. Die Fahrerei bleibt an mir hängen. Von vorn bis hinten fühle ich mich von meiner Ex ausgenutzt. Das Urteil ist eindeutig frauenfreundlich und daher ungerecht. Ich bleibe zwar Mitinhaber des Sorgerechts, aber davon hat das Kind (und ich) nichts. Jetzt ist es fünfeinhalb und traut sich nicht, mich anzurufen, weil die Mutter das nicht will. Mit einem Mediationsverfahren wären wir schneller weiter gekommen. Vor Gericht muss man kämpfen, und das wollte ich eigentlich nicht. Angesichts meiner Erziehungs- und Versorgungsleistungen müsste das Kind heute bei mir leben. Ich würde mit meiner Ex fair umgehen, weil das das Beste für das Kind wäre. So aber habe ich gelernt, was "nacheheliche Projektion" ist.

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